Netzentwicklungsplan 2030 (2019)

Netzentwicklungsplan
2030 (2019)

Mit dem am 01.01.2017 in Kraft getretenen Gesetz zur Entwicklung und Förderung der Windenergie auf See (Windenergie-auf-See-Gesetz – WindSeeG) ergibt sich eine wesentliche Änderung im Prozess zur Ermittlung des Netzausbaubedarfs onshore und offshore. Auf Grundlage des WindSeeG wird der Offshore-Netzentwicklungsplan durch den sogenannten Flächenentwicklungsplan des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie sowie durch Angaben im Netzentwicklungsplan (insbesondere zu Maßnahmen zum Ausbau der Offshore-Anbindungsleitungen einschließlich der Netzverknüpfungspunkte an Land) abgelöst. Damit wird es keinen Offshore-Netzentwicklungsplan 2030, Version 2019 geben. Der O-NEP 2030, Version 2017 ist der letzte durch die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) erstellte Offshore-Netzentwicklungsplan.

Systemwechsel durch WindSeeG

Weitere Informationen zu den Neurungen durch das WindSeeG finden Sie hier in einem Auszug aus O-NEP 2030, Version 2017.

Eine weitere Neuerung im Prozess zeigt sich im Betrachtungshorizont des Netzentwicklungsplans 2030, Version 2019. Mit ihm werden zum zweiten Mal die Zieljahre 2030 und 2035 in den Fokus genommen, die bereits im vorherigen NEP (Netzentwicklungsplan 2030, Version 2017) betrachtet wurden. Die erneute Untersuchung der gleichen Zieljahre ermöglicht die am 01.01.2016 in Kraft getretene Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Damit wurden die Vorgaben zum Betrachtungszeitraum für den Szenariorahmen und den Netzentwicklungsplan flexibilisiert: Drei der Szenarien decken einen Zeitraum von mindestens zehn und höchstens 15 Jahren ab, ein Szenario zeigt die Entwicklungen mit Blick auf mindestens 15 und höchstens 20 Jahre.

Gemäß § 12e EnWG ist die Bundesnetzagentur (BNetzA) angehalten, mindestens alle vier Jahre den bestätigten NEP an die Bundesregierung als Entwurf des Bundesbedarfsplans zu übermitteln. Da der Bundesbedarfsplan zuletzt Ende 2015 novelliert wurde, ist davon auszugehen, dass der NEP 2030, Version 2019, nach Bestätigung durch die BNetzA in der zweiten Jahreshälfte 2019 die Grundlage für die nächste Anpassung des Bundesbedarfsplans durch die Bundesregierung, den Bundestag und den Bundesrat bildet.

Zeithorizont NEP 2030 (2019)

Der von den ÜNB erarbeitete Entwurf des Szenariorahmens 2030, Version 2019, wird bis zum 10. Januar 2018 an die BNetzA übergeben und von dieser veröffentlicht werden. Es folgt die Konsultation zum Szenariorahmen-Entwurf durch die BNetzA – voraussichtlich im Januar/Februar 2018. Anschließend – voraussichtlich im Frühsommer 2018 – genehmigt die BNetzA den Szenariorahmen als Grundlage für den Netzentwicklungsplan.

Nach der Genehmigung des Szenariorahmens beginnt für die ÜNB eine Frist von höchstens zehn Monaten für die Erarbeitung des ersten Entwurfs des Netzentwicklungsplans, der Konsultation der Öffentlichkeit zum ersten Entwurf, dessen Überarbeitung sowie der Übergabe des zweiten Entwurfs an die BNetzA. Vor diesem Hintergrund planen die ÜNB die Veröffentlichung des ersten Entwurfs im Winter 2018/2019, die Konsultation zum ersten Entwurf Anfang 2019 und die anschließende Überarbeitung und Veröffentlichung des zweiten Entwurfs im Frühjahr 2019. Der jeweilige Zeitpunkt der Prozessschritte steht in direktem Zusammenhang mit dem Zeitpunkt der Genehmigung des Szenariorahmens durch die BNetzA, daher sind aktuell noch keine konkreteren Terminbenennungen möglich.

Im weiteren Prozess wird die BNetzA den zweiten Entwurf gemeinsam mit dem Umweltbericht im Frühjahr/Sommer 2019 zur öffentlichen Konsultation stellen. Die Bestätigung des Netzentwicklungsplans durch die BNetzA erfolgt dann spätestens Ende 2019. 

Neuerungen des Szenariorahmens

Die Neuerungen des genehmigten Szenariorahmens werden die Ergebnisse des NEP 2030 (2019) wesentlich beeinflussen. Einen Überblick über die Spezifika finden Sie hier:

Vom Szenariorahmen zum bestätigten Bedarf

Mehr zum komplexen Prozess zur Ermittlung des Netzausbausbedarfs finden Sie unter:

Der Entwurf des Szenariorahmens für den Netzentwicklungsplan Strom 2030 (Version 2019) der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) skizziert die Energielandschaft der Zukunft und ist die Grundlage für die Netzplanung im Netzentwicklungsplan Strom (NEP). Der NEP 2030 (Version 2019) bestimmt auf Basis des Szenariorahmens den nötigen Verstärkungs- und Ausbaubedarf des deutschen Höchstspannungsnetzes und wird Anfang 2019 veröffentlicht.

Der Betrachtungszeitraum des vorliegenden Szenariorahmens ist gegenüber dem des NEP 2030 (Version 2017) mit den Jahren 2030 bzw. 2035 unverändert. In drei Szenarien mit dem Zieljahr 2030 und einem längerfristigen Szenario mit dem Zieljahr 2035 werden die wahrscheinlichen Entwicklungen von Energieerzeugung, Stromverbrauch und Höchstlast, die energiepolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland sowie die Entwicklung der europäischen Energieinfrastrukturen abgebildet. Durch die Wahl des gleichen Zeithorizontes kann der NEP mit dem europäischen Ten-Year-Network-Development-Plan (TYNDP) verzahnt werden. Außerdem erlaubt dieses Vorgehen einen Vergleich der Netzentwicklungspläne 2030 (Version 2019) und 2030 (Version 2017) vor dem Hintergrund sich entwickelnder politischer, regulatorischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.

Im Vergleich zum Szenariorahmen des NEP 2030 (Version 2017) wurde die Stakeholder-Einbindung intensiviert und an einer kontinuierlichen Verbesserung der zugrundeliegenden Datenbasis und Methodik gearbeitet. So wurden zum Beispiel die o. g. Sektorenkopplung besser berücksichtigt und die Flexibilitätsoptionen durch eine ausdifferenzierte Ausgestaltung und Regionalisierung von Power-to-X-Technologien detailliert abgebildet. Weiterhin wurden die Herleitung des Stromverbrauchs einfacher und transparenter gestaltet, die CO2-Vorgaben gemäß Klimaschutzplan 2050 und Pariser Klimaschutzabkommen COP 21 mit dem Umweltbundesamt abgestimmt und jüngste Entwicklungen, zum Beispiel beim Bau von erneuerbaren Energien und Gaskraftwerken, berücksichtigt.

Noch nicht im Szenariorahmen-Entwurf berücksichtigen konnten die ÜNB die aktuellen Sondierungsergebnisse von CDU, CSU und SPD vom 12.01.2018 im Bereich Energie und Klima. Sofern sich diese auch in einem Koalitionsvertrag niederschlagen, wird es Aufgabe der BNetzA sein, diese in die Genehmigung des Szenariorahmens einfließen zu lassen.
Um jedoch möglichst robuste Szenarien zu entwickeln, binden die ÜNB frühzeitig eine Vielzahl von Akteuren aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft in den Entstehungsprozess des Szenariorahmens ein und berücksichtigen die langfristigen Pläne der Bundesregierung (Klimaschutzplan 2050) sowie internationale Verpflichtungen Deutschlands (COP 21).